Service und Exzellenz ´made in Zambia´

20. März 2020

Forscher aus Deutschland und den USA machten sich auf, um Nachwuchswissenschaftler aus Afrika bei ihrer Karriere zu unterstützen. Von Franziska Bröker, Miriam Rateike und Renée Hartig.

Es ist Anfang Januar, es ist Regenzeit und es liegt etwas in der Luft. Es sind Forschungsfragen: Wie hat sich der Abbau des zentralafrikanischen Kupfergürtels auf Bodenbakterien ausgewirkt? Wie beeinflussen Pilze den Anbau eines der wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte Sambias: Erdnüsse?

Während des Collaborative Science Symposiums 2020 verfolgten Studierende der Universität Sambia Fragen wie diese, von der Vorbereitung wissenschaftlicher Konzepte bis hin zum Vortrag der Ergebnisse. Das Symposium ist ein einwöchiges Ausbildungsprogramm für Studierende der Naturwissenschaften, in dem Mentoren wissenschaftliche Methoden und Soft Skills vermitteln. Damit wollen sie die Teilnehmer bei ihren wissenschaftlichen Karrieren unterstützen.

Gespannt auf das Unerwartete

In kleinen Arbeitsgruppen werden gemeinsam Forschungsprojekte geplant.

Sechs Forscherinnen und Forscher der Max-Planck-Gesellschaft und der Temple University (PA, USA) haben sich deshalb zusammengetan, um nach Lusaka, Sambias pulsierende Hauptstadt, aufzubrechen. Vorbereitet auf das zu Erwartende und gespannt auf das Unerwartete galt es, nicht nur zu lehren, sondern auch selbst etwas auf der Reise zu lernen.

Die Universität Sambia war übrigens die erste Hochschule, die in dem afrikanischen Staat 1966 ihre Türen öffnete. Ihre Gäste heißt sie heute in Großbuchstaben willkommen: Service und Exzellenz. Ein Motto, das sich nicht nur an den Toren des Campus, sondern auch im Selbstverständnis des Symposiums selbst widerspiegeln sollte.

"Nach seinem Start Anfang 2019 ist es nun bereits das zweite Jahr, in dem das Collaborative Science Symposium in Sambia zusammen mit der gemeinnützigen Organisation TReND in Afrika stattfindet", erklärt Renée Hartig, Neurobiologin und TReND-Programmkoordinatorin. "Die Forschungskompetenz auf dem afrikanischen Kontinent wird durch den Mangel an fachlichen, materiellen und finanziellen Mitteln gebremst. TReND arbeitet daran, dem entgegenzuwirken.“

Vom Programmieren bis zum wissenschaftlichen Schreiben

Das Symposium erwies sich als eine echte Lernerfahrung auf beiden Seiten.

Mit Blick auf Palmen unternahm eine Gruppe von 30 afrikanischen Studierenden sodann ihre eigene Reise durch die Ebenen wissenschaftlicher Methoden. In kleinen Arbeitsgruppen entwarfen sie nachmittags Forschungsprojekte, die auf Vorlesungen am Vormittag aufbauten und Themenfelder wie Literaturrecherche, Versuchsplanung, Statistik und maschinelles Lernen beinhalteten.

Das Team aus Deutschland und den USA war beeindruckt von der außerordentlichen Auffassungsgabe der Studierenden, die die neuen Inhalte gekonnt zu kreativen Forschungsvorschlägen, Postern und Elevator Pitches zusammenzuführten. Während der Nachmittagssitzungen bot das Team aus Deutschland und den USA praktische Schulungen im Schreiben von Computercode, freiem Reden und wissenschaftlichem Schreiben an. Themen wie Forschungsethik und Fairness beim maschinellen Lernen gaben Anlass zu Diskussionen über den Einfluss und die Verantwortung von Wissenschaftlern.

Kurz gesagt, das Symposium erwies sich als eine echte Lernerfahrung auf beiden Seiten, die für alle auch ein gewisses intellektuelles Neuland war. "Wir ermutigten die Teilnehmer, ihre wissenschaftlichen Ziele selbstbewusst zu verfolgen, und kehrten selbst mit einem viel weiteren Horizont nach Hause zurück", erinnert sich Doktorandin Franziska Bröker begeistert.

Service und Exzellenz in der Hochschulbildung

Service und Exzellenz in der Hochschulbildung, beides spiegelte sich auf dem Collaborative Science Symposium wider. Das deutsch-amerikanische Team traf auf herausragende junge Menschen, die außergewöhnliche Motivation und wissenschaftliche Reife bewiesen. Das Team freut sich schon im nächsten Jahr wieder viel Enthusiasmus mit den jungen Kolleginnen und Kollegen zu teilen.

Mit großem Anklang bei den Teilnehmern. "Dieses Angebot sollte jedes Jahr stattfinden. Es war großartig... eine ausgezeichnete Chance, Neues zu lernen, um darauf im Verlauf des Studienjahres weiter aufzubauen", meint Namakando Mebelo begeistert, ein Student, der im vierten Jahr Mikrobiologie studiert. Elie Ngomseu Mambou aus dem Kamerun, ein Doktorand an der McGill-Universität (Montreal, Kanada), bekräftigt: "Ich glaube fest an eine neue Generation afrikanischer Führungskräfte, die auf Grundlage ihrer Bildung echte Leadership beweisen wird.“

Innerhalb von zwei Jahren hat sich das Collaborative Science Symposium mit der Unterstützung der Max-Planck-Gesellschaft, der Universität Tübingen, der University of California Los Angeles, der University of Central Florida und der Temple University bereits zu einer festen Größe für junge Nachwuchsforscherinnen und -forscher etablieren können. In diesem Zusammenhang ein besonderer Dank an Anastasia Lado, Master-Studentin am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, sowie an die Professoren Kevin Arceneaux und Valentina Parma von der Temple University, Philadelphia, USA.

Das Mentoring-Programm und die entstandenen Freundschaften werden weiter aus der Ferne gepflegt. Eine Fortsetzung folgt.

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