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Neurowissenschaftliche Gesellschaften schliessen sich dem Aufschrei der Empörung über die Behandlung des Max-Planck-Neurowissenschaftlers an

08.08.2018
The two major neuroscience societies in the United States and Europe have joined forces to criticize the prestigious Max Planck Society (MPS) in Germany for its treatment of a world-renowned neuroscientist targeted by animal-rights activists. 

Mehr dazu in folgendem Nature-Artikel (in Englisch):
https://www.nature.com/articles/d41586-018-05907-2


Universität kam zur Rettung des beschuldigten Forschers

05.07.2018
Die Leitung einer Universität könnten Forscher angesichts von Behauptungen über unethische Praktiken aus Angst um den Ruf der Einrichtung ablehnen (siehe z.B. Nature 558, 13-14; 2018). Vor drei Jahren hatte ich das Gegenteil erlebt. (Prof. Caminiti)

http://www.nature.com/articles/d41586-018-05611-1

Das Handeln der Max-Planck-Gesellschaft gibt Anlass zu ernsthafter Besorgnis über die Führung und die Zukunft der deutschen Neurowissenschaften

08.06.2018
Die wissenschaftliche Gemeinschaft war schockiert

Als Nikos Logothetis vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik, einer der führenden europäischen Neurowissenschaftler, im Jahr 2015 ankündigte, dass er keine nichtmenschlichen Primaten mehr zur Erforschung der Physiologie kognitiver Prozesse einsetzen und sich die Arbeit seines Teams auf Nagerstudien konzentrieren würde, war die wissenschaftliche Gemeinschaft schockiert.

Ausschlaggebend für seine Entscheidung waren Misserfolge bei der Unterstützung durch seine Institution und andere nach einer Kampagne der deutschen Tierrechtsgruppe Soko Tierschutz (SOKO).

https://speakingofresearch.com/2018/06/07/max-planck-societys-actions-raise-serious-concerns-about-leadership-and-the-future-of-german-neuroscience/

Max-Planck-Wissenschaftler kritisieren Umgang mit Tierrechtsvorwürfen gegen führenden Neurowissenschaftler

04.06.2018
Die Reaktion der Max-Planck-Gesellschaft auf die Anklage gegen Nikos Logothetis habe die Forschung gestört

von Alison Abbot / Mittwoch, 30. Mai 2018 / Nature News, doi: 10.1038/d41586-018-05187-w

Ein Bericht von Alison Abbot über zwei Briefe, die von Wissenschaftlern der MPG an die Leitung der MPG geschickt worden sind und in denen sich die Wissenschaftler beschweren, dass durch die Handhabung des Streites um die Experimente an Affen am MPI für biologische Kybernetik durch die MPG ein Schaden für die Wissenschaftler entstanden ist. Die MPG hatte auch dem Abteilungsleiter nach einem Strafbefehl die Aufsicht über Tierversuche entzogen. Die Betroffenen hatten gegen den Strafbefehl geklagt. Die Unterzeichner der Briefe werfen der MPG u.a. vor, mit dieser Aktion gegen die Unschuldsvermutung verstoßen zu haben. Man hätte die Klärung vor Gericht abwarten müssen. - „From the outside, it looks like the Max Planck Society is abdicating its duty to stand up for its scientists“ wird der Neurowissenschaftler Bill Newsome (Stanford) zitiert.

https://www.nature.com/articles/d41586-018-05187-w

Seine Experimente sollten helfen, Parkinson und Demenz zu heilen

04.06.2018
Dann geriet der Tübinger Hirnforscher Nikos Logothetis, der als Anwärter auf den Nobelpreis galt, ins Visier von radikalen Tierschützern

Von Moritz Aisslinger / 29. Mai 2018, 17:03 Uhr / Editiert am 2. Juni 2018, 20:03 Uhr / DIE ZEIT Nr. 23/2018, 30. Mai 2018

Ein Artikel in der ZEIT DOSSIER über den Hirnforscher Prof. Dr. Nikos Logothetis und seine Erfahrungen mit radikalen Tierschützern.

… Anfang des Jahres beantragte die Staatsanwaltschaft dann Strafbefehl gegen Nikos Logothetis und zwei seiner Mitarbeiter wegen des Vorwurfs der Tiermisshandlung. Logothetis legte Einspruch ein. Und die Max-Planck-Gesellschaft tat wie angekündigt: Keine 24 Stunden nach Bekanntgabe des Strafbefehls teilte sie der Öffentlichkeit mit, »dass Prof. Logothetis bis zum Abschluss des Verfahrens keine Tierversuche durchführen oder anleiten wird«. Das sei nicht rechtens, meinte Logothetis und klagte. Das Gericht forderte die beiden Parteien auf, sich außergerichtlich zu einigen. Dazu ist es bisher nicht gekommen.

Das Verhalten der Max-Planck-Gesellschaft hat viele Wissenschaftler empört, sie sorgen sich um den Forschungsstandort Deutschland. Johanna Wanka, im Jahr 2015 Bundesforschungsministerin, schrieb zum Fall Logothetis, sie finde es »absolut unerträglich, dass in Deutschland Wissenschaftler bedroht und unter Druck gesetzt werden «. Die Max-Planck-Gesellschaft dagegen sagt: »Der Forschungsstandort Deutschland ist gefährdet, wenn Tierschutz-Standards nicht eingehalten werden.«…“

https://www.zeit.de/2018/23/hirnforschung-parkinson-demenz-nikos-logothetis-tierversuche

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