Bei der Elektronenspinecho-Technik wird eine paramagnetische Probe einer Folge von kurzen Mikrowellenpulsen ausgesetzt und die spontane Emission von elektromagnetischer Strahlung in Form des sogenannten Spinechos (ESE) beobachtet (E. L. Hahn, 1950, [1]).
In der einfachsten Form eines ESE-Experiments bringt man das Spinsystem in
ein konstantes Magnetfeld
und legt zwei kurze Pulse (ca. 10
bis 100 nsec) im zeitlichen Abstand
an, die jeweils als zeitlich
veränderliches Magnetfeld
wirken, wobei
ist und
mit der magnetischen Resonanzfrequenz
oszilliert.
Ein Mikrowellenpuls ist durch seine Dauer tp und seine Amplitude
B1 charakterisiert, der Drehwinkel für die makroskopisch meßbare
Magnetisierung ist
, typischerweise
und
. Zum Beispiel dreht ein
-Puls die
Magnetisierung um die x-Achse im rotierenden Koordinatensystem um
. Eine Pulssequenz
wirkt derart auf die magnetischen Dipole, daß sie durch die
zeitabhängige magnetische Wechselwirkung in dem Spinsystem nach dem ersten
Puls dephasieren. Durch den zweiten Puls refokussieren sie zum Zeitpunkt
und bilden das Spinecho, dessen Amplitude proportional zur
Gesamtmagnetisierung im Spinsystem ist.
Aus dem Echo läßt sich strukturelle Information ableiten, wenn die umgebenden magnetischen Kerne eine Zeitabhängigkeit des magnetischen Feldes am Ort des zu detektierenden Elektronenspins liefern. Dann ist das Echosignal der Elektronenspins in der Zeitskala der Pulsabstände moduliert [2,3,4,5]. Dies resultiert aus der Hyperfeinwechselwirkung zwischen Elektronen- und Kernspin [6,7] und enthält daher strukturelle Information ähnlich wie in der ENDOR-Spektroskopie ('eletron nuclear double resonance').