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2D-Dreipulsverfahren

Im eindimensionalen 3-Pulsverfahren wird bei festem $\tau$ die Zeit $\tau '=\tau + T$ inkrementiert und die mit longitudinaler Relaxationszeit zerfallende ESEEM aufgezeichnet (vgl. Abschnitt 3.2.2). Wird nun auch der Abstand $\tau$ systematisch vergrößert und jedesmal eine eindimensionale 3-Puls-ESEEM aufgezeichnet, erhält man ein zweidimensionales Datenfeld in den Zeitdomänen $t_{1}=\tau$ und $t_{2}=\tau 
'$.

Für ein Spinsystem $(S=\frac{1}{2},\;\; I=\frac{1}{2})$ enthält das Spektrum sechs Signale: zwei Paare von axialen Peaks $(\omega_{\alpha},0), 
(\omega_{\beta},0)$ und $(0,\omega_{\alpha}), (0,\omega_{\beta})$ bilden zwei identische 1D-Spektren entlang den Achsen $\omega_{1}$ und $\omega_{2}$, während die beiden Kreuzpeaks bei $(\omega_{\alpha},\omega_{\beta})$ und $(\omega_{\beta},\omega_{\alpha})$ spiegelsymmetrisch zur Diagonalen $\omega_{1}=\omega_{2}$ angeordnet sind (s. Abb. 3.8, [20]).

Im zweidimensionalen Betragsspektrum haben alle diese Signale gleiche Intensität; der Supressionseffekt tritt also hier nicht auf.

Der entscheidende Nachteil der 2D-Dreipuls-ESEEM ist jedoch der unterschiedlich schnelle Abfall der Echointensitäten entlang den Zeitachsen t1 (TM-Relaxation) und t2 (T1-Relaxation). Dadurch kann sich die Frequenzauflösung der zwei Domänen im 2D-Spektrum und damit die Signalbreite um Zehnerpotenzen unterscheiden.



Josef Pfeuffer
8/12/1998