Das Elektronenspinecho, das durch die Rephasierung von Spinpaketen einer inhomogen verbreiterten ESR-Linie gebildet wird, trägt verwertbare Information vor allem in seiner Amplitude. Diese ist von einigen Faktoren abhängig, wie etwa dem externen B0-Feld, den Zeitintervallen zwischen den Mikrowellenpulsen sowie der Zeit zwischen der Erzeugung einer paramagnetischen Spezies und dem Beginn der Pulssequenz.
Die Messung der Intensität des 2-Puls- oder 3-Pulsechos als Funktion
des B0-Feldes stellt ein zur CW-ESR-Spektroskopie alternatives
Verfahren dar (Beispiel s. Kap. 6). Dabei mißt man das Integral
über das Echo unter Vorschub des B0-Feldes, wobei
das Integrationsfenster ti die Bedingung
(
...Auflösung) erfüllen muß.
Da mit der Detektion des Echos direkt die z-Magnetisierung gemessen wird, besitzt diese Methode Vorteile gegenüber dem CW-Verfahren, bei der durch eine Feldmodulation die erste Ableitung des Absorptionsspektrums erzeugt wird. Bei breiten ESR-Signalen von zum Beispiel polykristallinen Proben kann man oft die geringe Änderung in der Steigung des Absorptionsspektrums nicht mit genügender Empfindlichkeit nachweisen.
Das ermöglicht die Untersuchung kurzlebiger Radikale oder
Triplettzustände, die beispielsweise durch einen Laserpuls erzeugt werden.
Dabei kann bei der Aufnahme des Spektrums systematisch der Abstand
zwischen dem Laserpuls und dem ersten Mikrowellenpuls variiert
werden. Das echodetektierte ESR-Spektrum liefert dann genau eine
Momentaufnahme vom Zustand des Spinsystems zur Zeit
.
Zu beachten sind Einflüsse, welche die Amplitude und Form des Spinechos von dem idealen Echo abweichen lassen. Meist werden durch die B1-Pulse nur ein Teil der ESR-Übergänge angeregt ('Lochbrennen') und transversale Magnetisierung geht durch spektrale Diffusion verloren. Auch ist die Form des Echos von der verwendeten Mikrowellenpulsform beeinflusst. Durch Wechselwirkung des Elektronenspins mit den Kernspins kann die Echointensität verändert werden, so daß bei der Aufnahme von echodetektierten Pulver-ESR-Spektren mit Linienverzerrungen gerechnet werden muß. Haben verschiedene Spinpakete unterschiedliche Phasengedächtniszeiten TM, so werden sich die relativen Amplituden bei Spektren, die mit verschiedenen Interpulsabständen aufgezeichnet sind, unterscheiden.