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Beim Girls' Day am 26. April 2012 am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik bekamen 15 Mädchen einen Einblick in die Forschungswelt rund um das Gehirn. Im Laufe des Tages gaben Forscherinnen und Forscher Einblicke in ihre Arbeitswelt. In kurzen Vorträgen, Demonstrationen und kleinen Experimenten, bei denen auch die Schülerinnen selbst mitmachen dürfen, zeigten wir den Mädchen, wie das menschliche Gehirn, aber auch unser Verhalten und unsere Wahrnehmung erforscht wird. Wir stellten unsere Forschungsschwerpunkte vor und die Schülerinnen erfuhren, wie mittels innovativster Technologie, spannende Fragen zum Thema Gehirn und Wahrnehmung untersucht werden. Schwingende Roboterarme, die einen durch die Luft wirbeln und virtuelle Realitäten, die unsere Wahrnehmung täuschen, gehören genauso zu unserem Alltag wie bildgebende Verfahren, die uns zeigen wie und wann unterschiedliche Gehirnregionen aktiv sind.
Das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik (MPI-BC) beschäftigt sich mit der Signal- und Informationsverarbeitung im Gehirn. Wie gelingt es unserem Gehirn, Gegenstände, Gesichter und Geräusche zu erkennen und zu lernen? Ein komplexes Thema benötigt ein Team mit vielfältigen Kompetenzen. Momentan arbeiten etwa 170 Wissenschaftler aus über 40 Ländern am MPI-BC - darunter Biologen, Chemiker, (Bio-)Informatiker, Ingenieure, Mathematiker, Mediziner, Physiker und Psychologen. Alles Berufe, welche die Mädchen am Girls'Day 2012 kennenlernen werden. Nach einem kurzen Einführungsvortrag wurden den "Girls" in kleinen Gruppen unterschiedliche Experimente vorgestellt.
Einer der Versuche fand im Cyberneum statt: Maria Liebsch verdeutlichte mit Hilfe einer Demonstration "Fitts' Gesetz", ein Modell der menschlichen Bewegung. Es besagt, dass die Zeit, die man braucht um ein Ziel zu erreichen eine Funktion ist, die auf der Distanz zum Ziel und der Zielgröße basiert. Dieses Gesetz funktioniert sehr gut, wenn man mit dem Finger auf etwas zeigt, aber wird es auch funktionieren, wenn man statt dem Arm, den ganzen Körper bewegt? Die Mädchen durften mit dem CyberMotion Simulator, einem Bewegungssimulator für Flugzeuge und Helikopter, versuchen von einem Punkt so schnell und so präzise wie möglich zu einem anderen Ziel zu kommen. Kurzum: Anstatt nur den Finger oder den Arm zu bewegen, mussten sie einen ganzen Roboterarm und damit ihren eigenen Körper bewegen.
Außerdem bekamen die Mädchen unsere Magnetresonanztomografen zu sehen. Die Methoden der Magnetresonanztomografie (MRT) sind heute aus der medizinischen Diagnostik nicht mehr weg zu denken. Am MPI-BC gilt ein Schwerpunkt der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT), mit der man aktive Gehirnregionen visualisieren kann. Hierfür stehen den Wissenschaftlern, neben dem 3,0 Tesla MRT-System, auch zwei Ultrahochfeld-Magnetresonanztomographiesysteme mit 9,4 und 16,4 Tesla zur Verfügung. Eine Versuchsperson demonstrierte, welche Bereiche in ihrem Gehirn (Motorcortex) aktiv sind, wenn sie beispielsweise mit den Fingern wackelte. Die Mädchen können das live am Bildschirm miterleben.
Darüber hinaus bekamen die Mädchen einen Einblick in die Forschung in der virtuellen Realität, sahen wie man Gehirnregionen stimulieren kann und konnten beim gemeinsamen Mittagessen und beim abschließenden Vesper ihre Erfahrungen austauschen und die gewonnen Eindrücke auf sich wirken lassen.
Programm beim Girls' Day 2012 am MPI-BC
Bilder vom Girls' Day 2012