Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik


Max-Planck-Ring 8 - 14
(ehemals Spemannstr. 38 - 44)
72076 Tübingen
Tel: 07071 601-510
Fax: 07071 601-520
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAnfahrtsbeschreibung

Ehemalige Abteilungen und Forschungsgruppen

Aktuellste Publikation

Zaretskaya N, Fischl B, Reuter M, Renvall V und Polimeni JR (Januar-2018) Advantages of cortical surface reconstruction using submillimeter 7 T MEMPRAGE NeuroImage 165 11-26.
Venrooij J, Mulder M, Mulder M, Abbink DA, van Paassen MM, van der Helm FCT und Bülthoff HH (Dezember-2017) Admittance-Adaptive Model-Based Approach to Mitigate Biodynamic Feedthrough IEEE Transactions on Cybernetics 47(12) 4169-4181.
pdf
Liu Y, Rajappa S, Montenbruck JM, Stegagno P, Bülthoff HH, Allgöwer F und Zell A (Dezember-2017) Robust nonlinear control approach to nontrivial maneuvers and obstacle avoidance for quadrotor UAV under disturbances Robotics and Autonomous Systems 98 317-332.

Nächster Vortrag

 
 

 

Tierversuche und Tierschutz

Kombination von fMRI und Elektrophysiologie
Bis April 2017 wurden neben Ratten und Mäusen als Versuchstiere auch Primaten eingesetzt, wenn es um Fragestellungen ging, die nur an Primaten beantwortet werden konnten. Zur Zeit werden ausschließlich Mäuse und Ratten verwendet.

Wir sind uns der großen Verantwortung bewusst, die Tierversuche mit sich bringen. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass der Erkenntnisgewinn durch unsere Versuche die Belastung der Tiere eindeutig überwiegt.

Häufig führt Grundlagenforschung nicht unmittelbar zu Anwendungen – aber sie schafft die Voraussetzungen, die medizinisch-technische Innovationen erst möglich machen.

Reduktion von Tierversuchen (das 3R-Prinzip)

Das Max-Planck-Institut ist sehr darauf bedacht, die Anzahl der Tierversuche sowie die Belastung für die Tiere so gering wie möglich zu halten. Aus diesem Grund ist es eines unserer vordringlichsten Ziele, die verwendeten Methoden zu verbessern und weiterzuentwickeln (Refine). So verwenden wir modernste Techniken der funktionellen Magnetresonanztomographie, um eine genaue Karte des Gehirns eines jeden Versuchstieres zu erhalten. Mit Hilfe dieser Bilder können wir nicht nur die Kopfimplantate verbessern, sondern auch die Elektroden gezielt in den Hirnregionen platzieren, die an einer bestimmten kognitiven Aufgabe beteiligt sind. Dadurch wird die benötigte Zahl der Versuche pro Tier sowie die Tierzahl pro Studie deutlich reduziert (Reduce). Wo immer möglich, werden bei uns Untersuchungen am Menschen eingesetzt, so z.B. Magnetresonanzuntersuchungen, Untersuchungen zur Orientierung im Raum, Untersuchungen zum Zusammenwirken der verschiedenen Sinnesorgane, Untersuchungen an Zellkulturen oder Simulationen (Replace). Allerdings kann man beim jetzigen Stand der Wissenschaft nicht auf Tierversuche, auch nicht auf Tierversuche an Primaten, verzichten.

Durchführung von Tierversuchen

Beim Einsatz von Tieren in der Forschung muss laut Gesetz immer der sinnes-physiologisch am niedrigsten entwickelte Organismus verwendet werden, der für die Fragestellung geeignet ist. Da es ethisch nicht vertretbar ist, elektrophysiologische Untersuchungen an gesunden Menschen durchzuführen, müssen für Fragen, die spezifisch das Menschengehirn betreffen (z.B. höhere kognitive Leistungen), Affen eingesetzt werden. Für Fragen zu grundlegenden Gehirnfunktionen, die der Mensch mit allen anderen Säugetieren gemeinsam hat (z.B. Lernen, Schlaf-Wachzustände, nervenzellspezifische Eigenschaften) können (und müssen) andere Tierarten, z.B. Ratten oder Mäuse, eingesetzt werden. Dies wurde auch bei uns schon immer so gehandhabt.

Tierversuche, so auch die am MPI für biologische Kybernetik, unterliegen strengen internen und externen Kontrollen, basierend auf dem Tierschutzgesetz, auf der Tierschutzversuchstier-verordnung und der EU-Richtlinie 2010/63/EU Alle Tierexperimente erfordern eine vorherige Erlaubnis seitens der Genehmigungsbehörde, die durch eine unabhängige Tierschutzkommission beraten wird. Diese wiegt den Nutzen der Forschung gegen die Belastung der Tiere ab. Die Mitglieder der zuständigen Behörden haben jederzeit Zutritt zu den Versuchsanlagen und Tierhaltungen. Für die interne Kontrolle gibt es vor Ort mehrere Tierschutzbeauftragte. Daneben sorgt ein Team aus erfahrenen Tierärzten und Tierpflegern für eine fachgerechte medizinische Versorgung und Unterbringung. Nicht zuletzt ist es im ureigenen Interesse der Wissenschaftler, dass die Tiere sich wohl fühlen – denn nur dann werden sie kooperieren und die z. T. sehr komplexen Aufgaben lösen, die an sie gestellt werden.

Weitere Informationen

Weitere Informationen erhalten sie auf unserer umfangreichen Webseite zum Thema Tierversuche: http://hirnforschung.kyb.mpg.de.
Wir versuchen hier die Öffentlichkeit über den Sinn der Grundlagenforschung, die Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterZiele der Hirnforschung, unsere verwendeten Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterMethoden, Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenstermögliche Alternativmethoden und ihre Limitierungen, die Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterTierhaltung und ganz wichtig die daraus Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenstergewonnenen Erkenntnisse zu informieren.

Fragen und Antworten zu Tierversuchen

Sind Tierversuche ethisch vertretbar? Wie werden Versuchstiere eigentlich gehalten? Warum werden Tierversuchen möglichen Alternativen vorgezogen?
Diese und weitere Fragen werden in der Broschüre Leitet Herunterladen der Datei einNotwendigkeit von Tierversuchen in der biomedizinischen Forschung beantwortet.
Last updated: Freitag, 27.10.2017